Maria Montessori
Maria Montessori und ihr christliches Menschenbild:
Der christliche Glaube ist ein wesentlicher Bestandteil der Montessori-Pädagogik.
Die religiöse Haltung M. Montessoris drückt sich in erster Linie durch die Wertschätzung gegenüber dem Kind aus. Sie zieht Parallelen zwischen der Gestalt Jesu, der sich den Menschen als neugeborenes Kind offenbart hat, und dem Göttlichen, das in jedem Kind steckt.
„Das Geheimnis der Erziehung ist, das Göttliche im Menschen zu erkennen und zu beobachten, d.h. das Göttliche im Menschen zu kennen, zu lieben und ihm zu dienen“.
Ihrer Anschauung nach wird ein Erwachsener, der sich in Ehrfurcht vor Gott verbeugt, ein Kind in seiner individuellen Art schätzen.
In der Satzung der Montessori Vereinigung Deutschland e.V. ist als eine ihrer zentralen Aufgaben festgelegt:
„Die pädagogische Arbeit Maria Montessoris in der Erziehung aus dem Geiste des Evangeliums zu pflegen und zu entwickeln!“ (§ 2)
"Vorbereitete Umgebung":
„Hilf mir, es selbst zu tun!“ Dieser Appell des Kindes hat für mich in den vielen Jahren meiner Arbeit mit Kindern nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil. Täglich erlebe ich aufs Neue, dass jedes Kind sich vom Erwachsenen loslösen und durch Selbstständigkeit zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln will. Deshalb ist es für mich vorrangig, diese treibende, kreative und soziale Kraft des Kindes zu erhalten und zu fördern.
In unserem Montessori-Kinderhaus geschieht das in erster Linie dadurch, dass die Kinder ihre wachsende Selbstständigkeit aktiv üben, leben und erleben können.
Kinder er-fahren und be-greifen ihre Umgebung, sie lieben Wiederholungen, sind neugierig und streben ihre Selbstständigkeit an.
Voraussetzung dafür ist eine „Vorbereitete Umgebung“, die die Montessori-PädagogInnen in unserem Kinderhaus dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes und seinem individuellen Bedürfnis entsprechend gestalten.
Dazu gehört eine klare und bis ins Detail durchstrukturierte Raumgestaltung vom Blickwinkel des Kindes her, und... Alle Materialien liegen in offenen Regalen, so übersichtlich und logisch angeordnet, dass auch das dreijährige Kind diese Ordnung verstehen und aufrechterhalten kann und selbstständig tätig werden kann.
Wir ermöglichen den Kindern den Umgang mit „gefährlichen“ Dingen, wie dem Element Feuer oder scharfen, spitzen Gegenständen, wie Messer, Schere, Nagel, Hammer... Auch unseren Kleinsten sind Zahlen und Buchstaben vertraut, die europäischen Länder nicht unbekannt. Den Ausspruch: „Dafür bist du noch viel zu klein!“ wird ein Montessori-Pädagoge nie tätigen, denn er hat Erfurcht vor dem Kind.
„von der ÄUßEREN zur INNEREN Ordnung“
In einer geordneten und klar strukturierten Umgebung lernen die Kinder aus den unterschiedlichsten Möglichkeiten heraus eine Tätigkeit frei zu wählen. Sie entscheiden, was sie tun, mit wem sie es tun, allein oder mit anderen und über die Dauer ihrer Tätigkeit.
Dabei ist die „Äußere Ordnung“ eine wichtige Voraussetzung zum Finden einer „Inneren Ordnung“.
Die „Vorbereitete ErzieherIn” braucht viel Geduld, sie muss warten können und der Eigenkraft des Kindes, sich zu entfalten, immer wieder vertrauen. Und sie ist eine Erzieherin, die stets kreativ nach Lösungen sucht und diese dann in die Tat umsetzt, durch die die Kinder noch unabhängiger, noch selbstständiger werden und ihr soziales Zusammenleben noch eigenständiger organisieren können.
So verstehen wir uns als Helfer des Kindes auf seinem Weg in die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit; und wir verstehen uns als Berater des Kindes, der die Entwicklung des Kindes beobachtet, achtet und verstehen lernt.
Zum Angebot der VORBEREITETEN UMGEBUNG gehören MATERIALIEN für die:
-Sinne
- Sprache
- Mathematik
- Kosmische Erziehung
- Kreative Gestaltung
- Praktischen Übungen des täglichen Lebens
- Bewegung
Die Angebote der vorbereiteten Umgebung sind zu verstehen als
„Schlüssel zur Welt“. Sie sprechen das Kind ganzheitlich an:
- seine Sinne
- seine Bewegung
- seine Hände
- seine Psyche
- seinen Geist
Auch in religiösen Fragen sollten die Kinder nicht Objekte der Erziehung sein, sondern Religion und christliche Alltagspraxis aus eigenem Antrieb und durch spielerisches Erkunden erfahren.
Über den Spaß am gemeinsamen Essen, Beten, Singen, Lesen, Meditieren oder auch durch individuelle Erfahrungen in den verschiedenen Feldern der Religionspädagogik ist nach unserer Erfahrung eine nachhaltige, religiöse Sozialisation eher möglich als durch ein starres Lehrprogramm, in das sich die Kinder nicht einbringen können.
PRAKTISCHE ÜBUNGEN des täglichen Lebens nach Maria Montessori:
Nach meinen Erfahrungen als Mutter und Pädagogin lernen Kinder nicht durch Erklärungen und Belehrungen, sondern einzig und allein durch Nachahmung und Selbsttätigkeit.
Deshalb haben wir eine große Vielfalt an Materialien, die den Kindern zur wachsenden Selbstständigkeit im täglichen Leben verhelfen. „Will selber!“ Welche Mutter kennt nicht diesen Ausspruch. Junge Kinder wollen, kaum können sie stehen und laufen, im häuslichen Bereich vor allem das tun, was die Erwachsenen machen.
Diesem wichtigen sozialen Bedürfnis tragen wir durch die „Praktischen Übungen des tägl. Lebens“ Rechnung. Bei uns können die Kinder putzen, Kerzen anzünden, Kartoffeln schälen, mit Pinzetten hantieren, sieben, gießen, Reißverschlüsse auf und zumachen, Schleifen binden, Fenster putzen und vieles, vieles mehr.





















