"SCHNUPPERTAG" und EINGEWÖHNUNGSPHASE
Jedes Jahr im Mai/Juni laden wir die Eltern der "neuen" Kinder zu einem Elternabend ein.
Hierbei erhalten die Eltern genauere Informationen über den Kindergarten und erfahren, in welche Gruppe ihr Kind kommt.
An diesem Abend vergeben die Erzieherinnen unter anderem den Termin für den so genannten "Schnuppertag";. Der "Schnuppertag"; bezeichnet einen Zeitraum von 8:30 bis 10:30 Uhr, in welchem den Kindern die Eingewöhnung erleichtert werden soll. Kindern, Eltern und Erzieherinnen wird hier ermöglicht, sich kennenzulernen und auszutauschen. Vater und/oder Mütter müssen ihr Kind während der 2 Stunden begleiten und dürfen ihr Kind nicht alleine im Kindergarten lassen.
Das Kind kann sich so ohne "Trennungsstress" in der Gruppe umschauen, Neues entdecken und Kontakt zu den anderen Kindern in der Gruppe knüpfen.
Ganz besonders wichtig ist, dass die Eltern sich von ihrem Kind verabschieden und abgesprochene Termine immer eingehalten werden. Sollten sich die Eltern einmal verspäten, bitten wir um einen Anruf, damit das Kind Bescheid weiß. Denn nur so kann ein Kind Vertrauen fassen und sich im Kindergarten wohl fühlen. Des weiteren wird am "Schnuppertag" mit den Eltern abgesprochen, ab welchem Zeitpunkt das Kind unsere Einrichtung regelmäßig besucht. Kurz vor Beginn der Sommerferien wird der mit den Eltern abgesprochene Termin für den Aufnahmetag, sowie weitere wichtige Informationen zum Kindergartenbeginn, per Post mitgeteilt.
Während des "Schnupperzeitraums" machen wir die Eltern nochmals darauf aufmerksam, welche Bedeutung wir der EINGEWÖHNUNGSPHASE beimessen.
Eine stabile Beziehung zu der Erzieherin kann nur Schritt für Schritt aufgebaut werden und ist am ehesten gewährleistet, wenn die Gewöhnung langsam und unter Begleitung der Eltern erfolgt.
Wir gestalten die EINGEWÖHNUNGSPHASE nach dem BERLINER MODELL.
Ein entscheidender Aspekt dieses Modells ist die große Bedeutung, die darin der aktiven Anpassungsleistung des einzugewöhnenden Kindes zukommt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die enge Zusammenarbeit von Eltern, Kind, Erzieherinnen und Kita-Leitung.
Das Modell gliedert den Verlauf der Eingewöhnungsphase in mehrere Abschnitte. In einem ersten Schritt sollten die Erzieherinnen rechtzeitig mit den Eltern im Rahmen eines persönlichen Gesprächs in Kontakt treten. In diesem Gespräch werden die Eltern über den Verlauf der Eingewöhnung und die große Bedeutung, die ihre Begleitung in dieser Phase hat, informiert.
In diesem Gespräch sollten die Eltern zudem darauf hingewiesen werden, dass sie für ihr Kind weiterhin die wichtigste Bezugsperson bleiben.
BINDUNG und BILDUNG:
Durch Forschung ist erwiesen, dass die pure Nähe einer Bindungsperson das kindliche Spiel intensiviert und verlängert.
"Man lernt nur für den, den man liebt" (Goethe)
Zweijährige sind nicht nur ein Jahr jünger als Dreijährige, sondern sind Kinder mit einem anderen Entwicklungsabschnitt, mit anderen Bedürfnissen zur Weiterentwicklung.
Junge Kinder brauchen eine zuverlässige Bindungsperson (Bezugserzieherin), da sie im frühen Entwicklungsalter sehr körpernah und beziehungsabhängig lernen.
Nur mit der Erfahrung der sicheren Bindung können sie ihre Umgebung neugierig und selbsttätig erkunden, nur so können sie Freude an Beziehungen erfahren.
In unserer Einrichtung haben die neu aufgenommenen U3-Kinder eine Bezugserzieherin, die feinfühlig und aufmerksam eine tragfähige Beziehung zu dem einzelnen Kind aufbaut.
Sie gibt dem Kind eine hohe Aufmerksamkeit und gibt ihm somit Sicherheit und Vertrauen. Bei ihr kann sich das Kind rückversichern, wenn es kurz Verlassenheitsangst spürt.
Wir sehen in den folgenden Aspekten die Hauptaufgabe der Bezugserzieherin:
- Durch ihre aufmerksame Zuwendung und ihre emotionale Kommunikation
ermöglicht sie dem Kind soziale Beziehungen aufzubauen.
- Durch ihre Anwesenheit und Nähe vermittelt sie dem Kind Sicherheit,
so dass das Kind seine Umwelt intensiv und aufgeschlossen erkunden kann.
- Durch ihre emotionale Verbindung zum Kind gibt sie Trost und Unterstützung
und hilft, negative Emotionen (z.B. Wut) zu regulieren und zu einer positiven,
emotionalen Stimmungslage zurückzukehren.
- Sie dient dem Kind als sichere Basis für seine Exploration, zu der es bei
Unsicherheit zurückkehren und sich rückversichern möchte, und nutzt gleichzeitig
in dieser Funktion auch die Möglichkeit, das Kind zu neuem Erkunden zu
ermutigen.
- Sie bietet Hilfe, Information und Unterstützung an, wenn das Kind, bei
schwierigen Aufgaben, an seine kognitiven Grenzen gerät.
Wenn ein neues Kind in die Gruppe aufgenommen wird, bedeutet es für die Bezugserzieherin, sich Zeit zu nehmen, um eine gute Beziehungsqualität aufbauen zu können.
Religionspädagogische Arbeit in den Gruppen:
Für die pädagogischen Mitarbeiterinnen unserer Kita ist ein adäquater sozialer Umgang miteinander eine der wichtigsten Voraussetzungen christlicher Erziehung. Formen der Höflichkeit, Wege der Konfliktlösung, Empathie, Aufarbeiten von Gefühlen in verschiedenster Form und das Wecken von Lebensfreude und Neugier sind ein breites Spektrum an Möglichkeiten, ein soziales und emotionales Empfinden beim Kind entstehen zu lassen. Wir, die Erzieherinnen, vergegenwärtigen uns, dass unser Verhalten den Kindern als Modell dient, an dem sie sich orientieren können. Dies ermöglicht den Kindern, vertrauensvolle Bindungen einzugehen.
Das tägliche Miteinander in unserer Kita. ist geprägt durch christliche Aktivitäten. So wird der Stuhlkreis mit meditativen Übungen gestaltet. Es werden Geschichten von Jesus erzählt und mit Legematerialien (kleinen Steinen, Holzstückchen, Perlen usw.) auf einem schönen Tuch nachgelegt. Besonders der Schein einer Kerze kann an Gott erinnern, dem die Kinder ein Bild malen. Freude, Sorgen und Ängste werden Gott in Liedern und Gesprächen vorgetragen. In vielen Handlungen, wie z.B. auch durch das montessorianische Kerzentropfen, entsteht eine Besinnlichkeit, in der die Kinder Gottes Gegenwart spüren. Es ist nicht selten, dass die Kinder Fragen zu Kirche und Religion stellen, auf die sie eine Antwort erfahren. Anhand eines religionspädagogischen Bilderbuches kann so manche Frage thematisiert werden. Erfahrungsgemäß sprechen gerade religionspädagogische Bilderbücher die Kinder sehr an. Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament werden ebenfalls in Rollenspielen erfahren und erarbeitet.
Das Beten ist fester Bestandteil unserer täglichen Gemeinschaft. Wir beten vor den Mahlzeiten und vor dem gemeinsamen Frühstück oder Kuchenessen bei den Geburtstagsfeiern. Die Gebete haben entweder eine freie Form oder es sind feststehende Gebete wie das Vaterunser - Das Gespräch mit Gott gehört immer dazu.
Zu den Erfahrungen im Raum der Liturgie gehört für uns auch das montessorianische Kartoffelschälen: Zwei Kinder schälen, schneiden und kochen Kartoffeln. Sie bereiten einen Esstisch ästhetisch vor –mit Kerze und Servietten- und laden zwei weitere Kinder zum Essen ein. Vor der Mahlzeit beten die vier Kinder gemeinsam mit ihrer Erzieherin. Dieses Ritual geschieht jedes Mal mit großer Hingabe, wobei die Atmosphäre ausgesprochen besinnlich ist.
Konzeptbeispiel:
An diesem Beispiel erkennt man die Bedeutung einfacher Rituale, aber auch die Bedeutung von Stille und Besinnlichkeit.
Jugendherberge:
Christlicher Gedanke entsteht dort, wo soziale Interaktionen stattfinden, so z. B. bei gemeinsamen Erlebnissen wie dem Ausflug der „Vor-Schulkinder“ in die Jugendherberge. Hier sind die Kinder zum größten Teil zum ersten Mal in ihrem Leben für längere Zeit von ihren direkten Bezugspersonen, den Eltern, getrennt. In einer vertrauensvollen Atmosphäre erleben sie eine schöne Zeit in einer großen Gemeinschaft. Hier kann sich ein gesundes Vertrauen entwickeln, das Voraussetzung für Religiosität ist.
Übernachtung im Kindergarten:
In diesem Zusammenhang steht auch die alljährliche Übernachtung mit der Gesamtgruppe im Kindergarten.
Einmal im Frühjahr übernachtet jeweils eine Gruppe mit allen Kindern in unserer Einrichtung. Das gemeinsame Zubereiten und Abendessen, die Nachwanderung, das Schlafen im Turnraum und das gemeinsame Frühstück am nächsten Morgen stellen einen der Höhepunkte in unserem Jahreskreislauf dar. Eine besondere Erfahrung ist dieses Erlebnis für unsere jüngsten Kinder, die oft zum ersten Mal nicht zu Hause übernachten. Die älteren Kinder sind es dann, die ihnen Mut machen.
Aus diesen beiden besonderen Ereignissen werden einige Kategorien zur Erstellung eines katholischen Leitbildes klar. Die Begriffe „Vertrauen, Ich-Stärke, Solidarität, Gefühle, Begegnung, Dach über der Seele, Wertschätzung, Unterstützung, Handeln, Weltwissen, Lebenswissen und Glaubenswissen“ (Zitat: „Gemeinsam für Kinder“) sind Bestandteil unserer täglichen, vielfältigen Arbeit.
Bei besonderen Erlebnissen, wie den beiden soeben beschriebenen, werden sie unter extremen Voraussetzungen noch intensiver für die Kinder erfahrbar.






